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Bernardinotour

Stand: 08.03.2003

3. Etappe: Von Bernadino ins Ticinotal

Start in Bernadino auf 1600 m Höhe. Sehr steile, aber landschaftlich außerordentlich schöne Abfahrt nach Pian San Giacomo.
Auf einem Wirtschaftsweg fuhren wir unter den modernen Brücken der Autobahn und der Bundesstraße hindurch nach Mesocco. Weiter bergab erreichen wir die historisch interessante Stadt Bellinzona am Ticino.
Von hier ist es nicht mehr weit - aber vollkommen eben - bis Locarno.
Übernachtung im Verzascatal. Dazu geht es allerdings nochmal Kräftig bergauf.
Fahrzeit: ca. 5 Stunden
Strecke: 85 km
Höhenmeter: 1480 m bergab und ca. 250 m bergauf

 

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Kurz vor sieben Uhr klingelte der Wecker. Das Wetter war wieder wunderschön.
Die Sonne bestrahlte schon die knapp 3000 m hohen Berge. Es war noch recht kalt: 14 Grad zeigte das Thermometer.
Das Frühstück schmeckte auch hier köstlich. Käse und einheimische Wurstsorten, dazu der duftende Kaffee.

Wir trafen hier Gäste, die mit dem Rennrad eine Rundtour von Bonaduz, über Disentis auf den Lukmanier, danach nach Biasca, Bellinzona und wieder zurück über den San Bernardino machten. Eine super Idee!

Kurz nach 8.15 Uhr ging es los. Wir hatten uns warm angezogen, weil wir dachten, es geht nur bergab!

Hotel in San Bernardino Am Hotel in San Bernardino (Bild laden)

Falsch gedacht! Nach San Bernardino ging es zuerst nochmals bergauf.
Man umfährt einen Bergrücken neben dem See Lago d' Isola und erreicht bei einem Restaurant den höchsten Punkt.
Ein Traumblick bot sich von hier aus auf die Bergwelt und auf das vor uns liegende Tal.

Traumblick Traumblick ins Tal (Bild laden)

Von jetzt an ging es richtig bergab!
Wir hatten Angst, dass unsere Bremsen versagen. In zahlreichen steilen Serpentinen ging es nun hinunter. Hätten wir kein Gepäck gehabt, wären wir so richtig in die Kurven gelegen, aber der Gepäckständer hatte uns durch seine Schaukelbewegungen so viel Respekt eingeflößt, dass wir bergab noch vorsichtiger wurden.

Bergab in Serpentinen Bergab in Serpentinen (Bild laden)

Die prächtige Skyline war ein weiterer Grund, des öfteren anzuhalten. Kaum war eine Kurve vorbei, bot sich ein noch schöneres Bild als vorher.
Unglaublich, wie man in einer solchen Landschaft der Natur Respekt zollt. Wie klein ist doch der Mensch im Vergleich zu solchen Bergen.

Traumsicht Traumhafte Ausblicke (Bild laden)

In Pian San Giacomo, so hatten uns die drei Lukmanier-Radler erzählt, ginge gut hundert Meter nach dem Ortsende ein schöner, asphaltierter Wirtschaftsweg ins Tal. Wir fanden ihn sofort!

Tatsächlich, er verband einige wenige Gehöfte mit der im Tal liegenden Stadt Mesocco.
Herrlich für uns, wir mussten nicht aufpassen, sondern konnten halten, wo wir wollten und so klickte der Fotoapparat noch öfters als sonst.

Steil und schön Steil und schön (Bild laden)

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Mein Mitfahrer, Markus, hatte den Vorteil, die Landessprache Italienisch - im Tessin - gut zu beherrschen. Er unterhielt sich mit den Bewohnern der angrenzenden Häuser. Das Quellwasser hier sei geheiligt, meinten sie. Man könne jedes Brunnenwasser trinken.
Wir taten es! Es schmeckte köstlich.
Trotz Bergabfahrt machten wir eine Pause an einer Kapelle oberhalb von Mesocco und genossen so richtig die Aussicht auf die teils über 3000 m hohen Berge.
Wir waren quasi an der Grenze zu Italien, kaum 2 km weiter über dem Berg war die italienische Grenze.

Pause an der Kapelle Pause an der Kapelle (Bild laden)

Die Bevölkerung hier spricht ebenfalls italienisch, fühlt aber nicht ganz so. Zumindest sahen wir am Formel 1 - Tag keine Ferrari- und keine italienischen Fahnen.

Der Radweg zweigt bei Mesocco auf einen Wirtschaftsweg ab. Weitab vom Verkehr radelten wir durch Felder an der Moesa entlang.

Kirchenburg Kirchenburg bei Soazza (Bild laden)

Vor Grono mündete der Radweg bei einem Wasserfall wieder auf die alte Passstraße.
In einem Nichtraucherrestaurant, das noch ganz in den Händen der Putzfrauen war und eigentlich erst abends öffnet, konnten wir den Wirt überreden, wenigstens einen Apfelsaft auszuschenken.
Der Versuch einen "Suure Most" zu trinken scheiterte daran, dass jenseits des Bernardino niemand Most kennt. Man trinkt dort nur Apfelsaft.

DIe Straße hatte immer noch Gefälle, aber zwischenzeitlich war der Schub nach unten etwa gleich gross, wie die Kraft des Gegenwindes und wir mussten trotz Abfahrt kräftig in die Pedale treten.

Bei Grono Bei Grono (Bild laden)

Wir passierten Roveredo und San Vittore und erreichten bald Arbedo, wo die Moesa in den Ticino mündet. Jenseits der rechten Straßenseite ging ein Radweg auf Bellinzona zu.
Trotz der angekündigten zwei Kilometer, zog sich diese Etappe durch Neubaugebiete hindurch solange hin, dass wir fragten, ob wir überhaupt richtig wären.
Klar immer gerade aus, dann links! Die Kilometerangaben auf den Schildern sind nicht immer aktuell!

Wir orientierten uns am Bahnhof und glücklicherweise war der Bahnhof tatsächlich in Stadtkernnähe. Glück gehabt!

Bellinzona hat eine traumhaft prächtige Innenstadt. Prunkbauten und drei Burgen auf verschiedenen Höhen zeigen noch heute den Reichtum der historisch gewachsenen Stadt.
Das Rathaus hat einen riesgen Innenhof mit Arkaden.

Einen Wehrmutstropfen mussten wir schlucken: Eigentlich plagte uns schon der Hunger, aber Restaurants hatten sonntags nicht geöffnet, allenfalls eine Bar, die aber maximal Panninis servierte.
Aber es war uns nicht nach Panninis!

Straßenzug Straßenzug in Bellinzona (Bild laden)

Durch den "Piana di Magadino", das ist das Mündungsgebiert des Ticino in den Lago Maggiore, radelten wir auf dem ausgewiesenen Radweg auf Locarno zu.
Je näher wir der mondänen Stadt kamen, desto frequentierter war der Radweg!

In einem Restaurant an der Uferpromenade fanden wir Platz und liesen es uns schmecken.
Bei der Stadtbesichtigung mussten wir feststellen, dass momentan Filmfestspiele waren und vielleicht eben deshalb die Stadt so übervölkert war.

Locarno Locarno zur Filmfestspielzeit (Bild laden)

Auf dem Uferradweg fuhren wir bis Gordola zurück und machten uns auf den Anstieg nach Vogorno.
Uff! Solche Steigungen waren wir nach den Abfahrten des heutigen Tages nicht mehr gewohnt!
Gut 250 Höhenmeter mussten wir, verteilt auf etwa drei Kilometer, bewältigen.

Vorsicht beim Nachradeln, auf der Strecke bis Vogorno sind fünf Tunnels, die zum Teil schlecht beleuchtet, im Berg Kurven beschreiben. Für PKW's sind die Fahrräder dort schlecht zu erkennen. Bitte Beleuchtung mitnehmen.

Vor Vogorno fanden wir direkt am See eine kleine Pension, in der wir es uns verdientermaßen gut gehen liesen.

Vogorno Am Ziel in Vogorno (Bild laden)

 

 



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