|
Stand: 08.03.2003 |
|
Kurzbeschreibung: Komfort-Kombi-Tour mit der "kleinen Roten", der
Furka-Oberalpbahn, von Chur zum Oberalppass.
![]()
Südliches, fast italienisches Flair umgibt die alte Stadt.
Chur ist die älteste Stadt in der Schweiz. Heute sind die herrschaftlichen Straßen und die zahlreichen
Kirchen und Profanbauten, die Straßenzüge und die
winkeligen Gassen sehenswert.
Das Frühstück in einem Straßencafe fällt
spartanisch aus: Milchkaffee und Croissants. Für das Mittagessen suchen wir uns ein traditionelles Gasthaus aus. Natürlich gibt es Capuns, eine Art von Rouladen aus Spätzlesteig mit Trockenwurst in Mangoldblättern, zum Nachtisch Pizunkel, ebenfalls aus Spätzlesteig, aber süß zubereitet, mit Käse bestreut und dazu gibt es eingemachte Pflaumen. Schmeckt interessant und irgendwie köstlich!
Die Furka-Oberalp-Bahn fährt 13.57 Uhr. Ein freundlicher Schaffner half uns, die Räder einzuladen. Dann geht es pünktlich über Domat/Ems nach Reichenau. Da kaum Mitreisende im Zug sind, sichern wir uns ein ganzes Abteil und öffnen beidseits die Fenster, um beim Hin- und Herschauen ja keine Aussicht zu verpassen. Wir überfahren die Brücke über den Rhein und sehen nochmals den Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein.
Danach geht es in den Schweizer "Grand Canyon", einem tiefeingeschnittenen Felstal, in dem nur der Hinterrhein und die Bahn Platz haben. Durch enge Kurven und Felstunnels durchfahren wir das traumhafte Tal mit immer höheren Felswänden.
Felsformationen, durch die Gewallt des schnell fließenden Rheins kreiert wurden, erfreuen unsere Augen.
Dieses Naturdenkmal entstand durch den größten
Bergrutsch der Alpen vor mehr als 14.000 Jahren. Die abgerutschte
Bergmasse füllte das Rheintal über 400 m hoch mit Geröll
und Felsen. Wild wie die Ardeche in Frankreich fließt der Rhein in zahlreichen Kurven durch die blanken Felswände. Das glasklare Wasser erstrahlt im Sonenlicht in herrlichem Aquamarin.
Hoch über uns sehen wir die Gebirgsstraßen, die wir gestern fuhren. Schade, dass man hier nicht anhalten und fotografieren kann. In Reichenau hatten vier Kanuten ihr Gefährt ins Gepäckabteil getragen, jetzt wissen wir warum: Zahlreiche Kanusportler sind im wilden Wasser zu erkennen. Sie fahren mit der Bahn bis zum Bahnhof Versam und lassen sich mit der Strömung durch das wildromantische Tal bis Reichenau treiben. Langsam werden die Hänge neben der Bahnlinie sanfter und wir erreichen das "unverschüttete" Tal beim Bahnhof Castrisch. Von hier aus beginnt wieder die Sicht auf die beeindruckende
Bergwelt.
Hier heißt es umsteigen. Also Fahrrad aus dem einen Zug raus und in den anderen rein! Es bleiben uns nur wenige Minuten. Dieser Zug scheint stärker besetzt zu sein. Überall
Reserviert-Schilder: Turnverein, Kegelverein und Wandergruppe! Nach dem Bahnhof geht es schon auf Zahnrädern durch einen Tunnel steil bergauf. Danach wird es flacher und die Bahn fährt ohne Zahnradeinsatz weiter.
In Segne umfährt der Zug die Kirche und nimmt dann Kurs auf Tujetsch. Nach Sedrun wird die Steigung stärker und nach einer
Ausweichstelle geht der Zug wieder auf "Zahnfühlung".
Das Tal wird nun auch enger und der Zug schleppt sich am Wald entlang die 10% Steigung hoch.
Hoch über Tschamut hält der Zug ein letztes Mal, dann geht es mehrfach durch Felstunnel steil bergauf. Die letzten Meter bis zur Haltestelle auf dem Pass geht es durchs Halbdunkel. Der Bahnhof "Oberalppass" wird momentan umgebaut. Wieder hilft uns der Schaffner, die Räder aus dem Gepäckabteil zu holen, doch diesmal sind wir nicht die einzigen. Zahlreiche, professionell ausgestattete Mountainbiker hatten ihr Bike ebenfalls eingeladen, wahrscheinlich um die Bergfahrt zu sparen und nur den "Downhill" zu genießen. Aber wir machen es diesmal ja auch nicht anders! Von den Gleisen erreichen wir die "Restaurantmeile",
bestehend aus zwei Gaststätten, und wählen dieses Mal
die andere Gaststätte.
Jetzt beginnt die Fahrradtour. Irgendwie schon super, aber eigentlich fehlt - trotz der unvergesslichen Bahnfahrt - die Anstrengung und das Erfolgserlebnis des bergaufradelns! Doch der erste Halt wartet schon am Oberalpsee. Die Landschaft ist einfach zu schön, um nur zu radeln!
Und nicht zu vergessen die Rundumsicht auf die Berge!
![]() Panorama Oberalpsee laden(200kB) Benötigt Apple-Quicktime Danach steht die Angststrecke durch den Halbtunnel am rechten
Seerand vor uns.
![]() Panorama nach Osten laden(200kB) Benötigt Apple-Quicktime
Natürlich halten wir schon wieder am Ende des Sees, um die herrliche Aussicht zu genießen. Dann beginnt die tolle Bergabfahrt längs der 3000 m hohen Berge. Die Straße begleitet die Bahn auf ihrer Talfahrt.
Es wäre zu schade nur den Berg hinunterzuschießen. Wir gönnen uns immer wieder den Blick zurück auf die herrliche Bergwelt.
Langsam kommt das Furkamassiv wieder in Sicht. Erst hier wird uns bewußt, welche Höhenunterschiede wir am ersten Tag bewältigt haben.
Bald sind wir im Tal. Andermatt hat uns wieder! Eine grandiose Tour, die wir in dieser Zeit und auf diese
Art nur realisieren konnten, weil die Furka-Oberalp-Bahn Fahrradtransporte
durchführt. |
![]() |
||||||||||||||
|
|